
Erzählt von FennyWenn Daisy nachts nicht schlafen kann, bleibe ich wach. Heute erzähle ich dir, was uns beiden in solchen Nächten hilft.
Tagsüber ist Daisy die Mutigste von uns beiden. Aber manchmal, mitten in der Nacht, liegt sie wach. Draußen ist es still, und gerade deshalb wird es in ihrem Kopf so laut. Dann fragt sie mich Dinge wie: „Was, wenn alles schiefgeht?“ Vielleicht kennst du das auch.
Warum die Angst nachts so groß wird
Am Tag gibt es tausend Dinge, die uns ablenken. In der Nacht fällt das alles weg. Die Sorgen, die tagsüber leise im Hintergrund waren, haben plötzlich die ganze Bühne für sich. Dazu kommt, dass man nachts nichts erledigen kann. Man kann niemanden anrufen, nichts klären, nichts in Ordnung bringen. Man liegt einfach da, und die Gedanken drehen sich.
Oft weiß man nicht einmal genau, wovor man eigentlich Angst hat. Das hat Daisy mir einmal gesagt, und ich habe ihr geantwortet: Das musst du auch nicht wissen. Angst ist ein Gefühl, kein Beweis. Nur weil sich etwas nachts bedrohlich anfühlt, heißt das nicht, dass es so kommen wird.
Ein kleiner Schritt für heute Nacht
Du musst die Angst nicht wegdenken. Das klappt ohnehin selten. Versuch stattdessen etwas ganz Kleines: Leg eine Hand auf dein Herz. Atme langsam ein und noch langsamer aus. Dreimal. Das langsame Ausatmen sagt deinem Körper, dass er gerade nicht in Gefahr ist. Es ist kein Zaubertrick, aber es macht die Nacht ein kleines bisschen weicher.
Und dann darfst du beten, auch wenn dir die Worte fehlen. Ein Satz reicht: „Herr, ich kann nicht schlafen. Bleib bei mir.“
Jesus kennt solche Nächte
Es gibt eine Nacht in der Bibel, die schwerer war als jede, die du und ich kennen. Es ist die Nacht vor der Kreuzigung. Jesus geht mit seinen Freunden in den Garten Gethsemane, und die Bibel erzählt ganz offen, dass ihm „sehr graute“ ✦Matthäus 26:37✦. Dann sagt er etwas, das mich jedes Mal berührt:
Meine Seele ist tiefbetrübt bis zum Tod! Bleibet hier und wachet mit mir!
Der Sohn Gottes wollte in seiner schwersten Nacht nicht allein sein. Er hat seine Freunde gebeten, wach zu bleiben. Das heißt: Es ist keine Schwäche, wenn du nachts jemanden brauchst. Und es heißt auch, dass Jesus genau weiß, wie sich eine solche Nacht anfühlt. Er sitzt nicht weit weg und schaut zu. Er kennt das von innen.
Seine Freunde sind damals übrigens eingeschlafen ✦Matthäus 26:40✦. Gott schläft nicht. In Psalm 121 heißt es: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht“ ✦Psalmen 121:4✦. Ich bin ein Hund, und auch ich schlafe irgendwann ein. Er nicht.
Wirf deine Sorgen auf ihn
Mein Lieblingsvers für solche Nächte steht im ersten Petrusbrief:
Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorgt für euch!
Das griechische Wort für „werfen“ ist selten. Im ganzen Neuen Testament kommt es nur noch ein einziges Mal vor: als die Jünger ihre Kleider auf das Eselsfüllen warfen, auf dem Jesus nach Jerusalem ritt ✦Lukas 19:35✦. Sie haben die Kleider nicht vorsichtig hingelegt. Sie haben sie geworfen, und Jesus hat sich daraufgesetzt. Genauso dürfen deine Sorgen auf ihm landen. Du musst sie nicht ordentlich sortieren, bevor du sie abgibst.
Und wenn du dann endlich einschläfst, gilt für dich, was David geschrieben hat:
Ich werde mich ganz in Frieden niederlegen und schlafen; denn du, HERR, lässest mich, auch wenn ich allein bin, sicher wohnen.
Wenn die Nächte nicht aufhören
Wenn dich die Angst Nacht für Nacht wach hält, dann sprich bitte mit jemandem darüber: mit einem Menschen, dem du vertraust, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten. Das ist kein Zeichen von schwachem Glauben. Auch Jesus hat in seiner Nacht um Begleitung gebeten. Wenn du Unterstützung brauchst, jemanden zum Reden, wenn du nicht allein sein willst oder niemanden hast, dem du es erzählen kannst: Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr für dich da, in Deutschland unter 0800 111 0 111 und in Österreich unter 142. Und wo auch immer du gerade bist, findest du auf findahelpline.com die passende Nummer in deiner Nähe.
Daisy schläft inzwischen meistens gut. Und wenn nicht, bleibe ich wach. Du bist mit deiner Nacht nicht allein.
Bibelzitate: Schlachter 1951, © Genfer Bibelgesellschaft, CC BY 4.0. Quelle zu „werfen“ (epiriptō): Bible Hub, Strong's 1977.