
Erzählt von DaisyIch bin der kleinste Hund in jedem Park, Vergleichen kenne ich also gut. Heute erzähle ich dir, wie ich damit aufgehört habe.
Ich bin ein Zwergpudel. In jedem Park bin ich der kleinste Hund, und es gab eine Zeit, da habe ich ständig zu den anderen geschaut. Die Großen rennen schneller, die mit dem glänzenden Fell bekommen mehr Streicheleinheiten, und der Golden Retriever von nebenan wird von allen geliebt. Und ich? Klein, flauschig und im Winter von allen „Schaf“ genannt.
Heute haben wir dafür ein Werkzeug, das es früher nicht gab. Fenny hat es einmal so gesagt: „Auf Instagram haben alle ein tolles Leben. Nur ich nicht.“
Der Vergleich ist nie fair
Ich habe ihm geantwortet: „Du siehst nur ihre schönsten Momente.“ Und er hat gesagt: „Und meine schlimmsten kenn ich alle.“
Genau das ist das Problem. Wir vergleichen unser ganzes Leben, mit allen müden Morgen, allen Streits und allen Tränen, mit den zehn besten Sekunden von jemand anderem. Das ausgewählte Foto, das gute Licht, der Moment, nachdem das Kind endlich aufgehört hat zu weinen. Das ist kein fairer Vergleich. Das ist, als würdest du deinen Alltag mit dem Trailer eines Kinofilms vergleichen.
Vergleichen ist älter als Instagram
Es gibt eine Szene am Ende des Johannesevangeliums, die ich sehr mag, weil sie so menschlich ist. Jesus ist auferstanden und spricht am See mit Petrus. Er sagt ihm, was auf ihn zukommt: dass Petrus eines Tages dorthin geführt wird, wohin er nicht will ✦Johannes 21:18✦. Das ist ein schwerer Moment. Und was tut Petrus als Erstes? Er dreht sich um, sieht Johannes und fragt:
Herr, was soll aber dieser?
Ich musste lachen, als ich das gelesen habe. Das bin ich, wenn ich schaue, ob der Retriever mehr Leckerli bekommt. Und Jesus antwortet sanft, aber ganz klar:
Jesus spricht zu ihm: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge du mir nach!
„Was geht es dich an?“ Das klingt erst einmal streng. Aber eigentlich ist es eine Befreiung. Jesus sagt: Du musst nicht den Weg von jemand anderem gehen. Du hast deinen eigenen, und ich gehe ihn mit dir. Schau nicht auf ihn. Schau auf mich.
Dein Stück Land
Im Alten Testament bekamen die Familien Israels ihr Land mit einer Messschnur zugeteilt. Jede Familie hatte ihr eigenes Stück. Und David schreibt darüber einen Vers, den ich mir an meinen Napf hängen würde, wenn ich könnte:
Die Meßschnur ist mir in einer lieblichen Gegend gefallen, ja, es ward mir ein glänzendes Erbe zuteil.
David schaut nicht über den Zaun zum Nachbarn. Er schaut auf sein eigenes Stück und sagt: Es ist schön. Das heißt nicht, dass bei ihm alles perfekt war. Es heißt, dass er gelernt hat, das zu sehen, was er hat, statt das, was die anderen haben.
Ein kleiner Schritt für heute
Entfolge heute einem Konto, nach dem du dich jedes Mal schlechter fühlst. Niemand bekommt eine Nachricht, niemand ist beleidigt. Du räumst nur ein bisschen auf in dem Garten, den du jeden Tag betrittst.
Und dann probier etwas, das mir sehr geholfen hat: Schreib drei Dinge auf, die an deinem eigenen Leben schön sind. Nicht im Vergleich zu jemandem, sondern einfach so.
Ich bin übrigens immer noch der kleinste Hund im Park. Aber ich bin auch der einzige, der unter jede Bank passt. Und Jesus hat nie gesagt: „Werde wie die anderen.“ Er hat gesagt: „Folge du mir nach.“
Bibelzitate: Schlachter 1951, © Genfer Bibelgesellschaft, CC BY 4.0.