
Erzählt von DaisyFenny macht sich manchmal Sorgen um Dinge, die noch gar nicht passiert sind. Heute erzähle ich dir, was ich ihm dann sage.
Neulich lag Fenny neben mir und seufzte so tief, wie nur ein Wolfshund seufzen kann. „Was, wenn es nie besser wird?“, fragte er. „Was, wenn morgen alles schiefgeht?“ Dabei war an diesem Tag eigentlich gar nichts passiert. Die Angst kam nicht von heute. Sie kam aus einem Morgen, das es noch gar nicht gab.
Kennst du das? Man malt sich aus, was alles passieren könnte, und am Ende fühlt man sich, als wäre es schon passiert.
Weißt du noch?
Ich habe Fenny dann gefragt: „Weißt du noch, die Nacht, als dein Kopf so laut war?“ Er wusste es noch. „Ich dachte, die hört nie auf“, sagte er. „Und jetzt sitzt du hier“, habe ich geantwortet. „Du hast es geschafft.“
Da hat er zum ersten Mal an diesem Abend gelächelt. „Stimmt. Heute muss ich nur heute schaffen.“
Die Angst vor morgen vergisst gern, was gestern schon gut gegangen ist. Deshalb hilft es, sich zu erinnern. Im Buch der Klagelieder, mitten im größten Kummer, schreibt der Prophet einen Satz, der mich jeden Morgen begleitet: Gottes Barmherzigkeit „ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß!“ ✦Klagelieder 3:23✦. Für jeden neuen Tag gibt es neue Gnade, nicht schon vorher, aber pünktlich.
Ein kleiner Schritt für heute
Schreib drei Dinge auf, durch die Gott dich schon getragen hat. Lies sie, wenn die Angst vor morgen kommt.
Das kann etwas Großes sein, wie eine Krankheit, die vorbeigegangen ist, oder etwas Kleines, wie ein Gespräch, vor dem du dich gefürchtet hast und das dann gut lief. Diese Liste ist dein Beweis gegen die Angst. Die Angst sagt dir: „Diesmal geht es schief.“ Deine Liste sagt: „Bisher hat er mich jedes Mal getragen.“
Jesus sagt es dreimal
In der Bergpredigt spricht Jesus über die Sorgen, und er sagt nicht nur einmal, dass wir uns nicht sorgen sollen. Er sagt es dreimal ✦Matthäus 6:25✦, ✦Matthäus 6:31✦, ✦Matthäus 6:34✦. Ich glaube, er wusste genau, dass einmal nicht reicht. Er kennt uns.
Dazwischen gibt er uns etwas zum Anschauen:
Sehet die Vögel des Himmels an! Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Ich schaue sehr gern Vögeln hinterher, das gebe ich zu, meistens mit anderen Absichten. Aber seit ich diesen Vers kenne, schaue ich anders hin. Kein Vogel macht sich einen Plan für die nächsten zehn Jahre. Und trotzdem fehlt ihm nichts. Und dann fragt Jesus mit einem Augenzwinkern: „Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Länge eine einzige Elle hinzusetzen?“ ✦Matthäus 6:27✦. Als kleiner Pudel hätte ich nichts gegen eine Elle mehr. Aber durch Sorgen ist noch niemand gewachsen.
Jeder Tag hat genug mit sich selbst
Am Ende dieser Rede steht der Satz, den Fenny sich inzwischen gemerkt hat:
Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tage genügt seine eigene Plage!
Jesus verspricht hier nicht, dass morgen alles leicht wird. Er sagt ehrlich, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Aber er sagt auch: Du musst die von morgen nicht heute schon tragen. Heute bekommst du die Kraft für heute. Morgen bekommst du die Kraft für morgen.
Fenny und ich haben uns angewöhnt, abends nicht zu fragen: „Was kommt morgen?“, sondern: „Was war heute gut?“ Probier es aus. Es ist erstaunlich, wie viel man findet.
Bibelzitate: Schlachter 1951, © Genfer Bibelgesellschaft, CC BY 4.0.